Pferdeverhalten verstehen
Pferde sind sensible und soziale Tiere, deren Verhalten eng mit ihren Erfahrungen, ihrer Haltung, ihrem körperlichen Befinden und dem Umgang mit dem Menschen verbunden ist. Bewegung, Sozialkontakt zu Artgenossen, geeignete Ruhe- und Rückzugsmöglichkeiten sowie eine bedürfnisgerechte Haltung und Fütterung spielen deshalb eine wichtige Rolle für ihr Wohlbefinden.
Zeigt ein Pferd plötzlich oder zunehmend schwieriges Verhalten, lohnt es sich, die gesamte Situation zu betrachten. Was für uns zunächst wie Ungehorsam, Verweigerung oder ein „Problem“ erscheint, kann sehr unterschiedliche Ursachen haben.
Wenn sich Verhalten verändert
Besonders bei plötzlich auftretenden Verhaltensänderungen sollte zunächst abgeklärt werden, ob Schmerzen oder andere gesundheitliche Einschränkungen beteiligt sein können. Je nach Situation können beispielsweise Bewegungsapparat, Zähne, Hufe oder auch die verwendete Ausrüstung eine Rolle spielen.
Sind gesundheitliche Ursachen weitgehend ausgeschlossen, gehören auch Haltung, Alltag und bisherige Erfahrungen des Pferdes zur Betrachtung:
- Hat das Pferd ausreichend Bewegung?
- Hat es Kontakt zu Artgenossen?
- Gibt es geeignete Ruhe- und Rückzugsmöglichkeiten?
- Sind Fütterung und Tagesablauf passend?
- In welchen Situationen tritt das Verhalten auf?
- Welche Erfahrungen hat das Pferd möglicherweise damit gemacht?
- Wie gestaltet sich der tägliche Umgang zwischen Mensch und Pferd?
Verhalten entsteht selten aus nur einem einzigen Grund. Deshalb ist es mir wichtig, Zusammenhänge zu erkennen und verständlich zu machen, bevor Veränderungen im Training oder Umgang begonnen werden.
Wobei ich Sie und Ihr Pferd unterstützen kann
Zum Beispiel, wenn
- Ihr Pferd sich auf der Weide nicht einfangen lässt,
- der Umgang in der Box schwierig oder unsicher ist,
- Ihr Pferd sich nur schwer führen lässt, drängelt oder steigt,
- Berührungen oder bestimmte Pflegemaßnahmen Probleme bereiten,
- Ihr Pferd sich nicht oder nur unter Schwierigkeiten satteln lässt,
- Angst oder Unsicherheit den Umgang erschweren,
- die Verständigung zwischen Ihnen und Ihrem Pferd nicht so funktioniert, wie Sie es sich wünschen,
- Sie den sicheren Umgang und die Zusammenarbeit vom Boden aus verbessern möchten.
Dabei muss nicht erst ein ausgeprägtes Verhaltensproblem bestehen. Bodenarbeit und individuelles Training können auch dazu dienen, Verständigung, Sicherheit und Zusammenarbeit von Anfang an aufzubauen oder weiterzuentwickeln.
Bodenarbeit – Kommunikation zwischen Mensch und Pferd
Bodenarbeit ist für mich ein wichtiger Teil eines guten Horsemanships: Es geht nicht nur um einzelne Übungen, sondern um die Verständigung zwischen Mensch und Pferd, einen sicheren und respektvollen Umgang und darum, die eigenen Signale ebenso bewusst wahrzunehmen wie die Reaktionen des Pferdes.Sobald wir mit beiden Beinen auf dem Boden stehen und mit unserem Pferd umgehen, machen wir im Grunde bereits Bodenarbeit.
Führen, Anhalten, Abstand halten, Berührungen zulassen oder sich ruhig satteln lassen gehören ebenso dazu wie gezielte Übungen auf dem Platz. Bodenarbeit ist deshalb weit mehr als eine zusätzliche Beschäftigung. Sie kann eine wichtige Grundlage für die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Pferd bilden – vom Boden ebenso wie später unter dem Sattel.
Wir Menschen verlassen uns stark auf Sprache. Unsere Körperhaltung, Spannung und Bewegungen nehmen wir dagegen häufig weniger bewusst wahr. Pferde beobachten gerade diese feinen Veränderungen sehr genau und reagieren darauf. Angst, Unsicherheit, Anspannung, Ruhe oder Gelassenheit können deshalb unseren Umgang mit dem Pferd beeinflussen, auch ohne dass wir ein einziges Wort sagen.
Gerade weil uns ein Pferd körperlich deutlich überlegen ist, haben eine klare Verständigung und ein sicherer, respektvoller Umgang besondere Bedeutung.
Lernen durch Motivation und verständliche Signale
Beim Training steht für mich nicht die Strafe für unerwünschtes Verhalten im Vordergrund, sondern das verständliche Vermitteln dessen, was wir vom Pferd möchten. Lob, Motivation und Bestätigung können dabei helfen, gewünschtes Verhalten aufzubauen und dem Pferd Sicherheit im Lernprozess zu geben.
Bodenarbeit ist dabei keineswegs nur körperliche Beschäftigung. Konzentration, Aufmerksamkeit, Impulskontrolle und das Verarbeiten neuer Aufgaben können für ein Pferd durchaus anstrengend sein. Gleichzeitig lernt auch der Mensch: die eigenen Signale bewusster einzusetzen, genauer zu beobachten und auf die Reaktionen des Pferdes angemessen zu antworten.
Nicht selten ist Bodenarbeit deshalb für den Menschen mindestens genauso lehrreich wie für das Pferd.
Eine gute Zusammenarbeit vom Boden aus kann auch eine wichtige Grundlage für Schwierigkeiten bilden, die später beim Reiten auftreten. Sie ersetzt nicht jede andere Form des Trainings, kann aber helfen, Verständigung, Vertrauen und Sicherheit zwischen Mensch und Pferd zu verbessern.
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ttel. Auch Probleme im Sattel können damit
behoben werden.

