
Die wahre menschliche Güte kann sich in ihrer absoluten Reinheit und Freiheit nur denen gegenüber äußern, die keine Kraft darstellen. Die wahre moralische Prüfung der Menschlichkeit, die elementarste Prüfung äußert sich in der Beziehung der Menschen zu denen, die ihnen ausgeliefert sind: Zu den Tieren.
(Milan Kundera)
Seit ich denken kann, gehören Tiere zu meinem Leben. Schon in meiner Kindheit lebten Katzen mit uns, später kamen Meerschweinchen, Hunde, Fische, Pferd und Vögel dazu. Meinen Eltern bin ich bis heute dankbar dafür, dass sie selten Nein sagten, wenn ich wieder einmal mit einem Küken zur Handaufzucht oder einem anderen Findelkind nach Hause kam.
Als Jugendliche begann ich dann auch außerhalb des eigenen Zuhauses, mich intensiv mit Tieren zu beschäftigen. Ich arbeitete ehrenamtlich in einem Tiergehege und wollte schon damals dazu beitragen, Menschen Tiere näherzubringen und die Verständigung zwischen Mensch und Tier zu fördern.
Nach Schule, Ausbildung zur Rechtsanwaltsgehilfin und mehreren Jahren Büroarbeit entschloss ich mich schließlich, diesen Weg auch beruflich weiterzugehen. Mein Ziel war und ist bis heute: Tiere besser zu verstehen und das Zusammenleben zwischen Mensch und Tier zu verbessern.
Ich absolvierte den Studiengang Tierpsychologie bei der ATN in der Schweiz mit der Spezialisierung Hund, Katze und Pferd. Dort erhielt ich umfangreiche Einblicke in Ethologie und Verhaltensforschung. Praktische und theoretische Weiterbildungen – unter anderem in Tierheimen sowie an der Wolfshundestation Westerwald/GfH – ergänzten meine Ausbildung. Weiterbildung und die Beschäftigung mit neuen Erkenntnissen gehören für mich bis heute selbstverständlich zu meiner Arbeit.
Mehr als 20 Jahre tierpsychologische Arbeit
Als ich mit meiner tierpsychologischen Arbeit begann, war der Begriff Tierpsychologie für viele Menschen noch etwas völlig Neues. Nicht selten musste zunächst erklärt werden, was eine Tierpsychologin überhaupt macht.
Heute ist die Verhaltensberatung bei Tieren wesentlich selbstverständlicher geworden – und auch die Anliegen der Tierhalter haben sich verändert. Längst geht es nicht immer erst darum, ein bereits stark ausgeprägtes oder seit längerer Zeit bestehendes Verhaltensproblem zu behandeln. Beratung kann ebenso helfen, Schwierigkeiten frühzeitig zu erkennen, Missverständnisse im Zusammenleben zu vermeiden oder ganz grundsätzlich mehr über das eigene Tier und sein Verhalten zu lernen.
Mein Schwerpunkt liegt in der tierpsychologischen Verhaltensberatung sowie im individuellen Training mit Hunden, Katzen und Pferden. Dabei ist mir besonders wichtig, Verhalten nicht vorschnell zu bewerten oder lediglich als „Problem“ zu betrachten. Ich möchte verständlich machen, warum ein Tier sich in einer bestimmten Weise verhält, welche Faktoren daran beteiligt sein können und daraus gemeinsam mit dem Tierhalter konkrete und alltagstaugliche Lösungen entwickeln.
Denn viele Schwierigkeiten im Zusammenleben lassen sich verändern oder sogar vermeiden, wenn Menschen die Bedürfnisse, Ausdrucksweisen und Verhaltensweisen ihres Tieres besser verstehen und richtig einordnen können.
Das Tier als Ganzes betrachten
Verhalten entsteht nicht losgelöst vom übrigen Tier. Erfahrungen, Lernen, Umwelt, Haltung und soziale Beziehungen spielen ebenso eine Rolle wie das körperliche Befinden.
Aus diesem Grund habe ich mich zusätzlich im Bereich der Tierphysiotherapie weitergebildet. Diese Kenntnisse nutze ich heute vor allem ergänzend in der Verhaltensbeobachtung. Veränderungen im Bewegungsablauf, Schonhaltungen oder andere körperliche Auffälligkeiten können Hinweise darauf geben, dass Schmerzen oder gesundheitliche Einschränkungen am Verhalten beteiligt sind.
Gerade bei Pferden kann beispielsweise die Beobachtung des Gangbildes wichtige zusätzliche Informationen liefern. Aber auch bei Hunden und Katzen sollte körperliches Unwohlsein bei Verhaltensveränderungen immer mitgedacht werden.
Wo eine medizinische oder weiterführende fachliche Abklärung sinnvoll ist, arbeite ich mit Tierärztinnen und Tierärzten sowie – je nach Fragestellung – mit Fachleuten aus Tierphysiotherapie, Tierheilpraxis und weiteren angrenzenden Bereichen zusammen. Tierpsychologische Beratung ersetzt keine medizinische Diagnostik, kann sich mit anderen Fachgebieten jedoch sinnvoll ergänzen.
Wissen über Tiere und den Umgang mit ihnen weitergeben
Ein weiterer wichtiger Teil meiner Arbeit ist seit vielen Jahren die Vermittlung von Wissen – über Tiere selbst, ihr Verhalten und ihre Bedürfnisse, aber auch über den Umgang mit ihnen sowie über Kommunikation und Zusammenleben von Tieren untereinander.
Vorträge und Bildungsangebote gehören deshalb schon lange zu meiner Tätigkeit. Hinzu kommen inzwischen verstärkt digitale Angebote für Kinder und Jugendliche. Im Rahmen der Digitalen Drehtür vermittle ich Schülerinnen und Schülern sowie Schulklassen Wissen rund um Tierverhalten, Wahrnehmung und unterschiedliche Themen aus der Tierwelt.
Meine Tätigkeit ist dabei längst nicht auf meine Region oder auf Deutschland beschränkt. Durch digitale und telefonische Möglichkeiten erreichen mich sowohl in der tierpsychologischen Beratung als auch bei meinen Bildungsangeboten Menschen aus dem europäischen und außereuropäischen Ausland.
Neue Wege – auch online
Auch die Art, wie Menschen Beratung und Wissen in Anspruch nehmen möchten, hat sich verändert. Deshalb baue ich meine digitalen Angebote weiter aus.
Über meine Online-Akademie biete ich eigene Online-Kurse und Vorträge rund um Tierverhalten, Körpersprache und den Umgang mit Tieren an. So können auch Erwachsene unabhängig von ihrem Wohnort mein Wissen nutzen und sich intensiver mit dem Verhalten ihrer Tiere beschäftigen.
Für mich ersetzt das die persönliche Beratung nicht. Manche Situationen brauchen den individuellen Blick auf Tier, Mensch und Umfeld. Viel Wissen lässt sich jedoch hervorragend in Kursen und Vorträgen vermitteln – und manchmal entsteht eine Lösung bereits dadurch, dass ein Verhalten plötzlich verständlich wird und der Mensch anders darauf reagieren kann.
Tierpsychologie in Öffentlichkeit und Medien
Im Laufe meiner beruflichen Tätigkeit durfte ich mein Wissen auch in unterschiedlichen Medien weitergeben – unter anderem in Fernseh- und Radiobeiträgen sowie durch zahlreiche Texte und Beiträge für Zeitschriften und andere Veröffentlichungen.
Eine Auswahl meiner bisherigen Medienarbeit finden Sie im entsprechenden Pressebereich dieser Homepage.
Mein Tätigkeitsschwerpunkt bleibt die individuelle tierpsychologische Beratung und das Training. Ergänzt wird diese Arbeit heute durch Vorträge, Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche sowie ein wachsendes digitales Kursangebot auch für Erwachsene.
Nach mehr als 20 Jahren gilt für mich dabei noch immer dasselbe wie am Anfang:
Es gibt immer noch Neues über Tiere zu lernen – und viel dafür zu tun, dass Menschen sie besser verstehen.
Erfahrung bedeutet für mich nicht, schneller zu urteilen, sondern genauer hinzusehen.
Ihre Julia Blüher
Tierpsychologin (ATN)
Erlaubnis nach § 11 Abs. 1 Satz 1 Nr. 8 f TierSchG
